KI schneidet Interviews automatisch - so geht's

Audrey Audio macht Redakteure schneller und effizienter

Es ist ein Klassiker im Redaktionsalltag: Der Reporter kommt mit einem 20-minütigen Interview zurück. Für die Sendung sind drei Minuten vorgesehen. Und die Deadline naht. Früher hieß das: Kopfhörer auf, Wellenform aufmachen, manuell suchen, markieren, schneiden, nochmal anhören, korrigieren. Ein Prozess, der locker eine Stunde dauern konnte.

Heute geht das anders. KI kann Interviews automatisch schneiden - präzise, inhaltlich sinnvoll und in einem Bruchteil der Zeit. Wie das funktioniert, zeigen wir am Beispiel von Audrey Audio, der KI-Assistentin in den Radio Creator AI-Tools.


Das Prinzip: Erst verstehen, dann schneiden

Was Audrey vom klassischen Schnittprogramm unterscheidet: Sie versteht den Inhalt. Der automatische Schnitt basiert nicht auf Lautstärkekurven oder manuellen Markierungen, sondern auf einem Transkript. Audrey liest das Gespräch, erkennt Sinnzusammenhänge und trifft Entscheidungen wie ein erfahrener Cutter - nur in Sekunden.

Der Workflow läuft in drei Schritten ab:

  1. Transkribieren - Audrey wandelt die Audiodatei in Text um, inklusive präziser Zeitstempel für jedes Segment.
  2. Schnittplan erstellen - Audrey analysiert das Transkript und legt fest, welche Stellen erhalten bleiben und welche herausfallen. Du kannst Vorgaben machen oder Audrey einen Vorschlag unterbreiten lassen.
  3. Schneiden und anhören - Audrey schneidet das Audio automatisch und gibt das Ergebnis als Audio-Player aus. Im Player kannst du auf den Text klicken und direkt zur entsprechenden Stelle im Audio springen.

Die richtige Transkription ist der Schlüssel

Damit der automatische Schnitt präzise funktioniert, kommt es auf den richtigen Transkriptions-Provider an. Für den Schnitt setzt Audrey auf Mistral oder AssemblyAI - beide liefern die genauen Segment-Zeitstempel, die für einen verlässlichen Schnitt notwendig sind.

Liegt bereits ein Transkript von OpenAI vor? Kein Problem: Audrey transkribiert die Datei auf Wunsch automatisch erneut mit dem passenden Provider.

Ein kurzer Überblick über die drei verfügbaren Provider:

Provider Stärken Sprecher-Erkennung Max. Länge
Mistral Genaueste Ergebnisse, Server in Europa ✅ Ja 3 Stunden
AssemblyAI Sehr lange Aufnahmen, Server in Europa ✅ Ja 10 Stunden
OpenAI Schnellste Verarbeitung ❌ Nein 50 Minuten

Für Interviews mit mehreren Sprechern empfiehlt sich Mistral oder AssemblyAI - sie erkennen automatisch, wer gerade spricht, und zeigen die Sprecher im Transkript und in der Hüllkurve farblich getrennt an.


Drei Anwendungsfälle aus der Praxis

1. O-Töne herauslösen

Du hast ein 20-minütiges Bürgermeister-Interview aufgenommen und brauchst nur die Aussagen zum Thema Stadtentwicklung? Audrey liest das Transkript, identifiziert die relevanten Stellen und schneidet jeden O-Ton als eigene Datei heraus. Jeder O-Ton erscheint als separater Audio-Player - direkt zum Anhören und Herunterladen.

Typische Prompts dafür:

  • „Extrahiere alle Aussagen der Bürgermeisterin zum Thema Stadtentwicklung als einzelne O-Töne."
  • „Finde die drei prägnantesten Zitate aus dem Interview und schneide sie als separate Dateien heraus."
  • „Welche Aussagen eignen sich am besten als O-Ton für einen 2-Minuten-Beitrag?"

2. Interview auf Sendemaß kürzen

Ein Interview dauert 12 Minuten, die Sendung hat aber nur 3 Minuten Platz? Audrey kürzt den Beitrag auf die gewünschte Länge - inhaltlich sinnvoll, ohne Sätze zu zerstören. Du kannst vorgeben, welche Themen erhalten bleiben sollen, oder Audrey einen Vorschlag machen lassen.

Typische Prompts:

  • „Kürze das Interview auf ca. 3 Minuten. Behalte die Aussagen zum Thema Klimaschutz."
  • „Entferne alle Stellen, in denen der Sprecher sich wiederholt."
  • „Kürze den Beitrag auf das Wesentliche - maximal 90 Sekunden."

3. Interview thematisch aufteilen

Ein 45-minütiges Experten-Interview soll in drei Themenblöcke aufgeteilt werden, die in verschiedenen Sendungen laufen? Audrey analysiert den Inhalt, schlägt eine Gliederung vor und liefert drei separate Audiodateien - fertig für den Einsatz in unterschiedlichen Formaten oder Podcast-Episoden.


Tipp: Erst verbessern, dann transkribieren

Wer mit Aufnahmen aus dem Feld arbeitet - Umfragen, Straßeninterviews, Telefonschalten - kennt das Problem: Störgeräusche, Raumhall, Hintergrundlärm. Hier lohnt sich ein Zwischenschritt vor der Transkription.

Der Audio-Enhancer in den Radio Creator AI-Tools entfernt Störgeräusche, verbessert die Sprachverständlichkeit und optimiert den Klang. Und das zahlt sich direkt aus: Eine saubere Aufnahme liefert ein genaueres Transkript - und ein genaueres Transkript ermöglicht einen präziseren automatischen Schnitt.

Der Ablauf lautet also: Audio hochladen → Audio-Enhancer → Transkribieren → Schneiden.


Was KI beim Interview-Schnitt wirklich leistet

Automatischer Interview-Schnitt mit KI ist kein Zaubertrick - aber er ist ein echter Produktivitätssprung. Was früher eine Stunde Arbeit bedeutete, erledigt Audrey in wenigen Minuten. Dabei arbeitet sie nicht blind: Sie versteht den Inhalt, achtet auf Sinnzusammenhänge und zerstört keine Sätze.

Das macht den KI-Schnitt besonders wertvoll für:

  • Nachrichtenredaktionen, die schnell O-Töne für Beiträge brauchen
  • Podcast-Produzenten, die lange Gespräche strukturieren wollen
  • Radiostationen, die Interviews auf Sendemaß bringen müssen
  • Agenturen, die Interviewmaterial für verschiedene Formate aufbereiten

Jetzt selbst ausprobieren

Audrey Audio ist Teil der Radio Creator AI-Tools und direkt im Browser nutzbar - ohne Installation, ohne Vorkenntnisse in der Audio-Produktion. Einfach die Audiodatei hochladen, Audrey beschreiben, was du brauchst, und das Ergebnis anhören.

Probier es aus - dein nächstes Interview wartet schon.

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